Methoden

In meiner psychotherapeutischen Arbeit nutze ich Methoden der modernen Verhaltenstherapie und ergänze diese – abhängig von Ihrem Anliegen und Ihrer individuellen Situation – durch weitere wissenschaftlich fundierte therapeutische Ansätze.

Zu den Verfahren, mit denen ich schwerpunktmäßig arbeite, gehören EMDR und Schematherapie.

Wichtig ist es mir, nicht nach einem starren Schema vorzugehen. Gemeinsam entwickeln wir ein Verständnis dafür, wie Ihre Beschwerden entstanden sind und wodurch sie heute aufrechterhalten werden. Auf dieser Grundlage wählen wir die therapeutischen Methoden aus, die für Sie und Ihre persönlichen Ziele geeignet sind.

 

EMDR – belastende Erfahrungen verarbeiten

EMDR steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing und bedeutet übersetzt etwa „Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegungen“. Ursprünglich wurde EMDR zur Behandlung traumatischer Erfahrungen entwickelt und wird heute insbesondere bei Traumafolgestörungen eingesetzt.

Belastende oder traumatische Erlebnisse können manchmal nicht ausreichend verarbeitet werden. Erinnerungen daran können sich dann auch lange Zeit später noch sehr gegenwärtig anfühlen und beispielsweise starke Gefühle, körperliche Reaktionen, Ängste oder belastende Gedanken auslösen.

EMDR unterstützt das Gehirn dabei, solche Erinnerungen nachträglich zu verarbeiten und neu einzuordnen. Ziel ist nicht, eine Erinnerung zu vergessen. Vielmehr soll sie ihren überwältigenden Charakter verlieren und zunehmend als etwas Vergangenes erlebt werden können.

Wie läuft eine EMDR-Behandlung ab?

Ein wesentliches Element von EMDR ist die sogenannte bilaterale Stimulation. Dabei folgt der Patient beispielsweise mit den Augen den Handbewegungen des Psychotherapeuten. Alternativ können auch wechselseitige akustische oder taktile Reize eingesetzt werden.

Während dieser kurzen Sequenzen richtet sich die Aufmerksamkeit gleichzeitig auf eine belastende Erinnerung und auf die äußere Stimulation. Dieser Prozess kann die Verarbeitung der Erinnerung unterstützen. Häufig verändert sich im Verlauf die emotionale Intensität: Bilder und Gefühle werden weniger belastend und neue Gedanken oder Perspektiven können entstehen.

Eine EMDR-Behandlung erfolgt dabei immer eingebettet in einen therapeutischen Gesamtprozess. Eine sorgfältige Vorbereitung, Stabilisierung und ein sicherer therapeutischer Rahmen sind mir besonders wichtig.

EMDR anschaulich erklärt:
Der Fachverband EMDRIA Deutschland stellt ein kurzes Informationsvideo zur Verfügung, das die Methode und ihren Ablauf anschaulich erläutert.

Informationsvideo zu EMDR bei EMDRIA Deutschland ansehen

Wann kann EMDR eingesetzt werden?

EMDR wird insbesondere zur Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) eingesetzt. Darüber hinaus kann die Methode – abhängig von der individuellen Situation und dem Behandlungsziel – auch bei anderen Beschwerden hilfreich sein, die mit stark belastenden Erfahrungen verbunden sind, beispielsweise:

  • Folgen belastender oder traumatischer Lebenserfahrungen
  • Ängsten und Panik
  • belastenden Verlusterfahrungen und Trauer
  • bestimmten depressiven Beschwerden
  • starkem Stress und belastenden Erinnerungen
  • Schmerz
  • Zwängen

Ob EMDR für Ihre persönliche Situation sinnvoll ist, besprechen wir gemeinsam im Rahmen der Therapie.

Ich nutze regelmäßig EMDR-Supervision bei anerkannten Supervisoren zur Reflexion meiner Arbeit und fachlichen Weiterentwicklung und bin Mitglied des EMDR-Fachverbands EMDRIA Deutschland e.V.

Schematherapie – wiederkehrende Muster verstehen und verändern

Manchmal erleben Menschen, dass sich bestimmte Schwierigkeiten trotz aller guten Vorsätze immer wiederholen. Ähnliche Konflikte entstehen in Beziehungen, bestimmte Situationen lösen unverhältnismäßig starke Gefühle aus oder man reagiert auf sich selbst und andere immer wieder auf eine Weise, die man eigentlich verändern möchte.

Die Schematherapie hilft dabei, solche tief verankerten Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster zu erkennen und besser zu verstehen.

Viele dieser sogenannten Schemata entstehen aufgrund früher Lebenserfahrungen. Sie waren ursprünglich möglicherweise sinnvoll oder notwendig, können im Erwachsenenalter jedoch dazu führen, dass wir Situationen immer wieder durch dieselbe „Brille“ betrachten und automatisch auf ähnliche Weise reagieren.

Eigene Muster erkennen

In der Schematherapie schauen wir gemeinsam darauf,

  • welche Situationen bestimmte Gefühle und Reaktionen auslösen,
  • welche grundlegenden Überzeugungen über sich selbst oder andere damit verbunden sind,
  • welche Bedürfnisse dabei möglicherweise zu kurz kommen und
  • welche gewohnten Bewältigungsstrategien heute eher hinderlich als hilfreich sind.

Dabei geht es nicht nur darum, Zusammenhänge verstandesmäßig zu erkennen. Schematherapeutische Methoden beziehen Gefühle und konkrete Erfahrungen bewusst mit ein.

Neue Erfahrungen ermöglichen

Ziel der Schematherapie ist es, belastende alte Muster schrittweise zu verändern und einen hilfreichen Umgang mit den eigenen Bedürfnissen und Gefühlen zu entwickeln.

Dabei können unterschiedliche Methoden zum Einsatz kommen – vom gemeinsamen Gespräch über Vorstellungsübungen bis hin zu erlebnisorientierten Techniken. Auf diese Weise können neue Sichtweisen und Handlungsmöglichkeiten entstehen und im Alltag zunehmend verfügbar werden.

Besonders hilfreich kann die Schematherapie sein, wenn Schwierigkeiten bereits lange bestehen oder wenn sich bestimmte zwischenmenschliche und emotionale Probleme trotz bisheriger Lösungsversuche immer wiederholen.